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Preis für glückliche Kühe aus Rott

Landesregierung zeichnet Bauern für tiergerechte Milchviehhaltung aus - Moderner Melkroboter statt Handarbeit

Glückliche Kühe gibt es wahrscheinlich nur in der Werbung. Aber die Tiere der Landwirte Ludwig Seegers und Axel Walterschen dürften zumindest zu den gut gelaunten Vertretern ihrer Spezies gehören. Denn in dem Rotter Milchbetrieb leben sie nach Ansicht der Landesregierung unter vorbildlichen Bedingungen.

ROTT. Der Milchbetrieb Sewa GbR weiß, was Kühen gut tut. Dieser Meinung ist zumindest die rheinland-pfälzische Landesregierung: Sie zeichnete das Unternehmen im Rotter Ortsteil Kaffroth nun mit dem dritten Platz beim Wettbewerb "Tiergerechte Milchviehhaltung" aus (siehe Kasten). Insgesamt 22 Betriebe hatten landesweit teilgenommen.

Mit 1000 Euro ist der Preis dotiert. Ein nettes Sümmchen, auf das es den Geschäftsführern Ludwig Seegers und Axel Walterschen aber gar nicht ankommt: Für sie ist der Gewinn eine Bestätigung, dass sie mit ihrem bisherigen System auf dem richtigen Weg sind.

Das unterscheidet sich deutlich von demjenigen vieler anderer Milchbetriebe: Statt die 146 Kühe zweimal täglich zu melken, hat sich die Sewa GbR vor einigen Jahren für einen Melkroboter entschieden.

Zwei dieser jeweils etwa sechs Quadratmeter großen Kammern stehen in der Mitte des riesigen Kuhstalls. Innen drin steckt modernste Technik. Sogar das Ansetzen des Geräts an die Zitzen geschieht automatisch. Die Kühe wissen übrigens genau, was sie in dem kompakten Kasten erwartet: Behäbig stapfen sie aus ihrer Box, warten, bis sich die mächtigen Stahlgitter öffnen, die den Weg zum Melk-roboter freigeben, und lassen sich schließlich geduldig "anzapfen". "Das zeigen Sie den Tieren ein, zwei Mal. Und dann machen die das von alleine", sagt Ludwig Seegers, während "Lisa" an ihm vorbeitrottet. Jeweils 130 000 Euro haben die Maschinen gekostet - ein stolzer Preis, der sich aber ab einer gewissen Anzahl von Kühen rechnet: "Ab 70 Tieren lohnt es sich - schließlich erspart der Roboter eine Arbeitskraft und ist rund um die Uhr einsatzbereit", weiß der Milchbauer. Dass sich das Vieh in dem rund 2050 Quadratmeter großen Stall frei bewegen kann, ist übrigens auch nicht selbstverständlich: "Die Kühe leben in großräumigen Laufstallboxen", erklärt Seegers. "Die ähneln denjenigen Verhältnissen, die die Tiere auch auf der Weide haben. Und natürlich bieten sie viel mehr Platz als die üblichen Anbindeställe." Und noch eine Eigenheit des Betriebs hat die rheinland-pfälzischen Juroren überzeugt: Die Kühe bringen ihre Kälber in mit Stroh ausgelegten Laufställen zur Welt.

Ludwig Seegers und Axel Walterschen ist es eben wichtig, dass sich die Tiere wohl fühlen. Ein Wunsch, den das Land belohnt hat. Auf ihren Lorbeeren ausruhen wollen sich die beiden Milchbauern aber nicht: "Es ist gut, auch mal eine Expertenmeinung zu hören", meint Ludwig Seegers. "Denn jetzt wissen wir, wo wir stehen."   Peter Bongard

Quelle: Rhein-Zeitung - Ausgabe Region Altenkirchen vom 23.02.2007, Seite 18.

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