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RZ-Stammtisch: Mehr Engagement für die Orte

RZ-Stammtisch: Rotter und Eichener Vereine haben Nachwuchssorgen - Vorzeigeprojekte: Highlandgames und Kindergruppe

Die Gemeinden Rott und Eichen brauchen ihre Jugendlichen - und zwar dringend: Denn den Gruppen und Vereinen der Orte fehlt der Nachwuchs. Das war ein Fazit des RZ-Stammtisches im Rotter Hotel "Zur schönen Aussicht".

ROTT/EICHEN. Vielleicht lag es am Fernseh-Straßenfeger "Die Flucht", dass nur 20 Gäste den Weg zum RZ-Stammtisch ins Hotel "Zur schönen Aussicht" nach Rott angetreten hatten. Diejenigen, die da waren - unter anderem die Ortsbürgermeister von Rott und Eichen, Hartmut Krämer und Dr. Peter Enders - diskutierten aber lebhaft bis in den späten Abend über das Leben in den beiden Dörfern.

Das wird in Eichen unter anderem vom Waldfestverein bestimmt: Jedes Jahr organisieren gestandene Männer (Frauen dürfen nicht mitmachen) eine feucht-fröhliche Feier.

Schottisches Spektakel

Das andere Highlight im Kalender der Ortsgemeinde sind die Highlandgames. Ins Leben gerufen wurde dieser schottische Sportwettkampf vom Eichener Hobbyklub. Dessen Vorstand hatte vor etwa 15 Jahren die Idee zu dem Spektakel - und stieß damit prompt in eine Marktlücke: "Mittlerweile sind die Highlandgames Kult - gerade bei den Jugendlichen, denn die reisen teilweise aus Limburg und Köln zu den Spielen an", erklärt ein Anwohner.

Die Jugend bereitet den Bürgern aber nicht nur Freude: Die Zeiten, als sich die jungen Menschen Vereinen anschlossen und fester Teil der Dorfgemeinschaft waren, sind auch in Rott und Eichen vorbei. "Mit 14, 15 Jahren machen die Teenager noch mit", meint einer der Stammtisch-Gäste. "Doch sobald sie älter sind, bleiben sie weg. Das Problem ist, dass sie Schwierigkeiten haben, sich für eine Sache zu verpflichten - etwa regelmäßig am Training im Sportverein teilzunehmen." Allerdings sind Nachwuchssorgen nicht die einzigen Schwierigkeiten, die die Ortschaften mit jungen Leuten haben: Gerade in Eichen ist das Vandalismusproblem besonders drängend. "Die verdrehten Schilder, umgeworfenen Papierkörbe und Ölflecken auf der Straße müssen endlich ein Ende haben", fordert Eichens Ortsbürgermeister Dr. Peter Enders. "Deswegen werden wir mit den Jugendlichen reden und Sanktionen folgen lassen, falls sich nichts ändert." Zwar haben die Eichener mit dem Bolzplatz einen Ort geschaffen, an dem sich die Teenager austoben können. Aber selbst der wurde in der Vergangenheit schon Opfer von Vandalen - wenn auch von auswärtigen, wie einige Bürger vermuten. Bleibt die Idee eines Jugendraumes. Doch den halten die Bürger für schwer umsetzbar: "In Rott war solch ein Projekt geplant. Aber da sich keiner darum gekümmert hat, ist daraus letztlich nichts geworden", beklagen die Einwohner. Die Jugendlichen sind mittlerweile eben übersättigt, finden die Gäste: Als Teenager fährt man abends lieber nach Bonn, statt in Rott oder Eichen zu bleiben. "Aber woher sollen sie auch lernen, das man sich ins Dorfleben einbringen soll", fragt ein Teilnehmer: "Viele Familien tun das doch auch nicht."

Dass es auch anders geht, zeigt die Rotter Kindergruppe: "Das ist ein Team von Eltern, das Ausflüge oder Feste organisiert und Lehrveranstaltungen für Natur- oder Heimatkunde anbietet, kurz: die Kinder ins Dorfleben integriert", erklärt eine Bürgerin das Konzept der Gruppe. Und das soll bald auch über die Grenzen Rotts hinaus bekannt werden: Mit der Kindergruppe bewirbt sich der Ort im Rahmen der Dorferneuerung um den Preis für ein kinder- und jugendfreundliches Dorf. Doch auch dieser Verein hat Nachwuchsschwierigkeiten und sucht Eltern, die sich in der Gruppe engagieren.

A 3: Segen und Fluch

Einen Grund für die geringe Bindung, die manche Familien zum Ort haben, sehen die Bürger in der Nähe zur A 3, die die Gäste einen "Segen und Fluch zugleich" nennen. Dickes Plus der Ortschaften sind indes deren günstige Grundstückspreise. Als reine Pendlerorte sehen die Rotter und Eichener ihre Dörfer jedoch nicht: "Gerade die Zugezogenen bringen oft neue Impulse für die Gemeinde mit, die man bei einigen Alteingesessenen vergeblich sucht", sagt ein Rotter Bürger. Auch er ist in einer Gruppe aktiv - dem Seniorenkreis Rott - und auch er wünscht sich mehr Engagement: "Wir haben etwa 100 Senioren im Ort, aber nur 20 Mitglieder. Wo sind die anderen?"

Im Laufe des Abends sprachen die Rotter und Eichener noch über viele andere Dinge, etwa den ins Stocken geratenen Bau des Rotter Naturpavillons oder die nicht enden wollenden Bauarbeiten an der Wiedbrücke in Richtung Güllesheim. Gegen 23 Uhr war der RZ-Stammtisch dann zu Ende. Und über den verpassten Fernsehfilm ärgerte sich kaum noch jemand. Denn der interessante Abend hat das allemal wettgemacht.

Peter Bongard
Quelle: Rhein-Zeitung - Ausgabe Region Altenkirchen vom 07.03.2007, Seite 14.

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